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Neue Kennzeichendebatte im Kreis Mittelsachsen PDF Drucken E-Mail

Heilbronner Professor will alte Buchstabenkombinationen zurück

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(Hainichen/Mittweida/12.03.2010) Kehren "HC", "MW" oder "RL" und "DL" bald wieder auf die Kfz-Kennzeichen-Schilder zurück? Ginge es nach Professor Ralf Bochert, dann wäre dem so. Der Dekan der Fakultät für Wirtschaft an der Hochschule in Heilbronn hat eine deutschlandweite Initiative zur Wiedereinführung der durch Kreisreformen abgeschafften Kennzeichen losgetreten. In Mittelsachsen stößt die Aktion prompt auf Zustimmung.

Mit dem Verlust des Kennzeichens "geht ein ganzes Stück eigene Identität verloren, und auch die wirtschaftliche oder touristische Vermarktung gestaltet sich nach einer 'Einverleibung' durchaus schwieriger", sagt Bochert. Das Forschungsprojekt an der Hochschule Heilbronn sieht für April bereits Umfragen in Städten vor. "Die Ergebnisse werden in einer Studie im Juni veröffentlicht", sagt Bochert, wohl wissend, dass verbindliche Entscheidungen nur auf politischer Ebene getroffen werden.

350 Bürgermeister hat er angeschrieben. Und schon Rückenhalt aus 85 Rathäusern von A wie Alsfeld bis ZI wie Zittau erfahren. Auch Hainichen und Mittweida sind unter den Befürwortern. "Ich halte die Abkürzung HC für sehr schön", sagt Hainichens Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD). "Hainichen ist eine Stadt, die stolz auf ihr kulturelles Erbe sein kann. Ein eigenes Kennzeichen wäre eine tolle Werbebotschaft", meint er. "MW verbindet", findet Matthias Damm (CDU), Oberbürgermeister in Mittweida. Das zeige Verbundenheit mit der Region. Doch das Stadtoberhaupt würde sogar noch einen Schritt weiter als der Heilbronner Professor gehen: Das gesamte Kennzeichenrecht sollte reformiert werden. Beispiel Österreich: Dort kann jeder mit seinem Wunschkennzeichen fahren. "Und wenn dafür die Leute noch Geld ausgeben wollen, sollte man das ausnutzen", sagt Damm.

Benjamin Karabinski, Chef des FDP-Kreisverbandes Freiberg, der im mittelsächsischen Kennzeichenstreit 2009 erfolgreich für die Beibehaltung des Kürzels "FG" gekämpft hatte, würde sein Autoschild sofort mit "Beni 1" zieren. Auch er wünscht sich eine grundsätzliche Freigabe. Das wäre dann die wahre Identität zwischen Fahrer und Fahrzeug. An alte Kreisstrukturen wie Hainichen oder Rochlitz will er aber nicht erinnern - und neuen Streit schon gar nicht. Rocco Werner, der damals mit einem Bürgerentscheid das Kennzeichen "MSN" erzwingen wollte, jedoch am Votum der Wähler scheiterte, sieht das ganz anders. Sein Auto ziert noch das DL. Und wenn das auf Dauer möglich wäre, würde der Chef des FDP-Stadtverbandes und stellvertretende Bürgermeister in Döbeln schon frohlocken.

 

Quelle: Frei Presse

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